„Getreidefrei" ist eines der größten Marketing-Trends im Hundefutter. Doch braucht Dein Hund wirklich getreidefreies Futter? Welche Unterschiede gibt es zwischen Getreide- und Glutenunverträglichkeit? Und was sagt die Wissenschaft? Dieser Ratgeber räumt mit Mythen auf und gibt Dir klare Antworten.
Auf einen Blick
- Getreide ≠ Gluten: Getreide ist ein Sammelbegriff, Gluten ein bestimmtes Protein.
- Wer reagiert? Nur ein kleiner Teil aller Hunde – nicht alle brauchen getreidefreies Futter.
- Häufige Symptome: Juckreiz, Hautprobleme, Durchfall, weicher Kot, Blähungen.
- Diagnose: Goldstandard ist die Ausschlussdiät über 8–12 Wochen.
- Alternativen: Süßkartoffel, Buchweizen, Hirse, Quinoa, Reis (glutenfrei).
Getreide vs. Gluten – ein wichtiger Unterschied
Getreide
Sammelbegriff für verschiedene Pflanzenarten: Weizen, Mais, Reis, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse. Getreide liefert Kohlenhydrate, Proteine, Ballaststoffe und wichtige Nährstoffe.
Gluten
Glutenhaltige Getreidesorten: Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Hafer enthält von Natur aus kein Gluten, kann aber kontaminiert sein.
Praktisch bedeutet das: Ein „getreidefreies" Futter ist automatisch glutenfrei. Ein „glutenfreies" Futter muss aber nicht getreidefrei sein – es kann Reis oder Hirse enthalten.

Brauchen alle Hunde getreidefreies Futter?
Kurze Antwort: Nein – für die meisten Hunde ist Getreide völlig unbedenklich. Eine echte Glutenunverträglichkeit ist beim Hund extrem selten.
Wissenschaftlich belegt: Hunde sind im Vergleich zu Wölfen genetisch besser an die Verdauung von Stärke angepasst – sie besitzen mehrere Kopien des Amylase-Gens (AMY2B).
Für die meisten Hunde sind glutenhaltige Getreide also unproblematisch und liefern wertvolle Nährstoffe. Aber: Es gibt Hunde mit echten Unverträglichkeiten – und für die ist eine glutenfreie oder getreidefreie Ernährung essenziell.
Anzeichen einer Getreide- oder Glutenunverträglichkeit

- Juckreiz und Hautausschläge
- Pfotenlecken, rote Pfoten
- Wiederkehrende Ohrenentzündungen
- Durchfall, weicher Kot, Blähungen
- Erbrechen nach Mahlzeiten
- Stumpfes Fell, Schuppen
- Verhaltensänderungen durch chronisches Unwohlsein
Diese Symptome sind allerdings nicht spezifisch – sie können auch auf Allergien gegen tierische Proteine, Umweltallergien oder andere Probleme hindeuten. Eine genaue Diagnose ist wichtig.
Rassen, die häufiger betroffen sind
Bei einigen Rassen ist eine genetische Disposition für Glutenunverträglichkeit dokumentiert:
- Irish Setter (gut erforschte glutensensitive Enteropathie)
- Border Terrier (paroxysmale glutensensitive Dyskinesie)
- West Highland White Terrier
- Boxer, Bulldogge
- Labrador Retriever
Welche Kohlenhydratquellen sind besonders gut verträglich?
| Zutat | Glutenfrei? | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Süßkartoffel | ✅ Ja | Vitamin A, langsam verdauliche Kohlenhydrate, hohe Verträglichkeit |
| Buchweizen (Pseudogetreide) | ✅ Ja | Reich an Lysin, sehr nährstoffdicht |
| Hirse | ✅ Ja | Mineralstoffreich, basisch wirkend |
| Quinoa (Pseudogetreide) | ✅ Ja | Vollständiges Eiweißprofil, gut verdaulich |
| Reis (besonders Naturreis) | ✅ Ja | Sehr gut verträglich, magenschonend |
| Kartoffel | ✅ Ja | Stärkereich, immer gekocht geben |
| Hafer | ⚠️ Eigentlich ja, oft kontaminiert | Ballaststoffreich, oft verträglich |
| Mais | ✅ Ja | Häufig in günstigem Futter, kann allergen wirken |
| Weizen | ❌ Nein | Häufiger Allergie-Auslöser |
Diagnose: So findest Du es heraus
Bei Verdacht auf eine Getreideunverträglichkeit ist die Ausschlussdiät der einzig zuverlässige Weg zur Diagnose – idealerweise unter tierärztlicher Begleitung.
- 8–12 Wochen ein Futter mit einer neuen Proteinquelle und einer glutenfreien Kohlenhydratquelle füttern.
- Symptome beobachten.
- Bei Besserung: gezielte Wiedereinführung einzelner Bestandteile zur Identifikation.
FAVLYs glutenfreie & getreidefreie Optionen
Bei FAVLY haben wir uns bewusst entschieden, in unseren Nassfutter-Sorten konsequent auf glutenhaltiges Getreide zu verzichten. Stattdessen verwenden wir:
- Süßkartoffel in mehreren Sorten
- Quinoa als nährstoffdichtes Pseudogetreide
- Karotte, Zucchini, Rote Beete als Gemüsekomponenten
Damit sind unsere Nassfutter-Sorten sowohl für Hunde mit Glutenunverträglichkeit als auch für Hunde mit empfindlicher Verdauung ideal geeignet.
Häufige Fragen (FAQ)
Müssen alle Hunde getreidefrei essen?
Nein. Die meisten Hunde verdauen Getreide gut. „Getreidefrei" ist ein Marketing-Trend – für Hunde ohne Unverträglichkeit nicht zwingend nötig. Wichtiger als „getreidefrei" ist die Qualität der gesamten Rezeptur.
Ist getreidefreies Futter besser für die Gesundheit?
Nicht automatisch. Studien aus den USA (FDA, 2018–2024) deuteten zeitweise auf einen Zusammenhang zwischen bestimmten getreidefreien Diäten (mit hohem Hülsenfrüchteanteil) und Herzerkrankungen (DCM) hin. Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, zeigt aber: „getreidefrei" allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Was ist mit Pseudogetreide wie Buchweizen oder Quinoa?
Beide sind botanisch keine Getreide und daher automatisch glutenfrei. Sie liefern hochwertige Nährstoffe und sind sehr gut verträglich.
Kann mein Hund eine Glutenunverträglichkeit entwickeln, obwohl er Weizen jahrelang vertragen hat?
Ja, das ist möglich. Wie bei Proteinallergien können sich auch Glutenunverträglichkeiten erst im Laufe der Zeit entwickeln.
Hilft glutenfreies Futter bei Juckreiz?
Wenn der Juckreiz tatsächlich durch Gluten verursacht wird – ja. Häufiger sind aber tierische Proteine (Rind, Huhn) die Auslöser. Eine systematische Ausschlussdiät bringt Klarheit.
Fazit: Qualität geht vor Trend
Glutenfreies Futter ist kein Allheilmittel – aber für Hunde mit echter Unverträglichkeit eine echte Erleichterung. Wichtiger als das Etikett ist die Qualität der Zutaten, eine transparente Deklaration und der Verzicht auf Füllstoffe, Aromen und minderwertige Eiweißquellen. Wer auf Buchweizen, Quinoa und Süßkartoffel setzt, macht in der Regel nichts falsch.
🌾 Glutenfreies Nassfutter
Unsere Rezepturen kommen ganz ohne glutenhaltiges Getreide aus und setzen auf hochwertige Kohlenhydratquellen wie Süßkartoffel und Quinoa.

Quellen
- Axelsson, E. et al. (2013) : The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet. Nature.
- Mueller, R. S. et al. (2016) : Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals. BMC Vet Res.
- FDA : Investigation into Potential Link between Certain Diets and Canine Dilated Cardiomyopathy (laufende Untersuchung).
- Hall, E. J. & Batt, R. M. (1992) : Gluten-sensitive enteropathy in Irish Setters. Vet Rec.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit & Richtigkeit.












